Herausforderung „Corona“ WS 20.21 01 Zimmer

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  • hochgeladen 13. November 2020

Dr. Thomas Zimmer (Forschungsgruppe Zeitgeschichte, München/Freiburg)
Das Zeitalter der Pandemien. Die internationale Gemeinschaft und der Kampf gegen Seuchen – von der Cholera bis Covid-19

In vielerlei Hinsicht erleben wir im Jahr 2020 eine historisch präzedenzlose Situation. Milliarden Menschen sind seit Frühjahr von „Lockdown“-Maßnahmen betroffen, um Covid-19 einzudämmen; für die Wucht, die aus der Gleichzeitigkeit der vom Coronavirus ausgelösten gesundheitlichen, wirtschaftlichen und politischen Krisen entsteht, gibt es in der Geschichte kaum Beispiele. Aber natürlich mussten Gesellschaften schon früher immer wieder auf neuartige Krankheiten reagieren. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war der Umgang mit Seuchen dabei von der Einsicht bestimmt, dass sich Krankheiten nicht an nationale Grenzen hielten und dass es einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bedurfte – hier liegen die Anfänge einer modernen internationalen Gesundheitspolitik. Wie also sind Gesellschaften in den vergangenen rund 200 Jahren mit Epidemien umgegangen: Von der Cholera über die Spanische Grippe, Malaria und HIV/AIDS bis zu Covid-19? Wie hat die internationale Gemeinschaft auf die Bedrohung durch Pandemien reagiert? Und wie lässt sich die Coronakrise vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen einordnen und verstehen? Aus einer solchen historischen Perspektive ergeben sich keine einfachen politischen Rezepte. Aber hoffentlich schärft sie den Blick für zentrale Probleme und sensibilisiert für Kontexte und Herausforderungen, die auch unsere Gegenwart und Zukunft prägen werden. Und sie mahnt uns dazu, auf die Herausforderungen der interdependenten Welt nicht mit Abschottung, sondern mit globaler Solidarität zu reagieren – im Bewusstsein, Teil einer Schicksalsgemeinschaft aller Menschen zu sein.

Referent/in:

Dr. Thomas Zimmer (Forschungsgruppe Zeitgeschichte, München/Freiburg)


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